GEO / KI-Suche
In ChatGPT & Co. gefunden werden: was du beeinflussen kannst
Wer heute ChatGPT oder die Google-Suche fragt, bekommt oft keine Liste mit zehn Links mehr, sondern eine Antwort mit ein paar Namen. Hier steht, wie dein Betrieb eine Chance hat, einer davon zu sein.
Wo kann ich in Baden am Samstag spontan zum Coiffeur?
KI-Antwort
Dein Salon in Baden hat auch am Samstag offen 2. Freie Termine siehst du auf der Website und buchst sie gleich online 1.
1dein-salon.ch2Google Unternehmensprofil
Kurz gesagt
Damit ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Google AI Overviews deinen Betrieb nennen, müssen sie ihn finden und verstehen. Dafür braucht es klare Fakten als Text auf deiner Website, Antworten auf typische Fragen, überall gleiche Firmendaten, echte Bewertungen und Erwähnungen, und eine Website, die KI-Suchdienste lesen dürfen. Eine Garantie, genannt zu werden, gibt es nicht.
Frag ChatGPT nach einem Coiffeur in Baden, der am Samstag offen hat, und du bekommst keine Trefferliste, sondern eine Antwort mit zwei oder drei Namen. Wer dort steht, wird vielleicht angerufen. Wer fehlt, merkt es oft nicht einmal.
KI-Assistenten stecken heute in Handys, in Browsern und in der Google-Suche selbst: Seit März 2025 zeigt Google auch in der Schweiz KI-Zusammenfassungen über den Suchtreffern (AI Overviews, auf Deutsch «Übersicht mit KI»). Für lokale Betriebe heisst das, dass neben Google Maps und local.ch ein weiterer Ort dazukommt, an dem man gefunden werden will.
Was GEO ist
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist alles, was dazu beiträgt, dass KI-Suchen deinen Betrieb kennen, richtig beschreiben und in passenden Antworten nennen. Bei klassischer SEO geht es um einen guten Platz in einer Liste. Bei GEO geht es darum, in einer zusammengefassten Antwort vorzukommen, mit den richtigen Angaben.
Die Grundlagen sind zum grossen Teil dieselben: Eine KI kann nur nennen, was sie findet und versteht.
Woher KI-Suchen ihr Wissen haben
Viele KI-Suchen suchen im Moment der Frage im Web und fassen zusammen, was sie finden. Oft nennen sie ihre Quellen dazu. Bei lokalen Fragen kommen zum Beispiel diese Quellen in Frage:
- Websites, besonders Seiten mit klaren Angaben zu Angebot, Ort und Öffnungszeiten
- Karten und Verzeichnisse wie das Google Unternehmensprofil, Bing Places, Apple Karten, local.ch, search.ch oder Tripadvisor
- Bewertungen und Erwähnungen, zum Beispiel auf Bewertungsplattformen, in lokalen Medien, auf Seiten von Gemeinden, Vereinen oder Partnern
Welche Quellen ein Dienst genau nutzt, legen die Anbieter nur teilweise offen, und es ändert sich laufend. Darum lohnt es sich, überall eine saubere Grundlage zu haben, statt auf einen einzelnen Trick zu setzen.
Klare Fakten auf deiner Website
Schreib die wichtigsten Angaben als normalen Text auf deine Website, nicht nur in ein Bild, ein PDF oder einen Instagram-Post:
- Name des Betriebs, Adresse, Telefon, E-Mail
- Öffnungszeiten, inklusive Ferien und Feiertage
- Was du anbietest, in den Worten deiner Kundschaft
- Für wen und in welchem Gebiet (zum Beispiel «im Raum Baden und Brugg»)
- Was dich unterscheidet, konkret statt «Qualität und Service»
Eine eigene Seite pro wichtiger Leistung hilft, weil eine KI dann eine passende Quelle für eine konkrete Frage findet.
Die Fragen beantworten, die deine Kundschaft stellt
KI-Suchen bekommen ganze Fragen, keine einzelnen Suchwörter. Überleg dir, was Menschen vor dem Besuch wissen wollen, und beantworte es auf deiner Website in einem kurzen Absatz oder in einer FAQ:
- «Habt ihr am Samstag offen?»
- «Gibt es vegane Gerichte?»
- «Kann ich mit dem Rollstuhl rein?»
- «Nehmt ihr neue Patientinnen und Patienten?»
- «Kommt ihr auch nach Winterthur?»
Beginne jede Seite mit einem klaren Satz, der die Hauptfrage beantwortet. Solche kurzen, eindeutigen Absätze lassen sich gut zitieren.
Überall die gleichen Angaben
Stehen auf Google andere Öffnungszeiten als auf local.ch und auf deiner Website, weiss auch eine KI nicht, was stimmt. Im schlimmsten Fall nennt sie die falschen. Pflege darum die wichtigsten Einträge einheitlich: Google Unternehmensprofil, Bing Places, Apple Business Connect (für Apple Karten), local.ch, search.ch und, wenn es zu deiner Branche passt, Tripadvisor oder Branchenportale.
Wie du das Google-Profil sauber einrichtest, steht in unserer Anleitung zum Google Unternehmensprofil.
Echte Bewertungen und Erwähnungen
KI-Suchen stützen sich auch auf das, was andere über dich schreiben. Bitte deine Kundschaft um Bewertungen, alle und nicht nur die Zufriedenen, und antworte darauf. Erwähnungen ausserhalb deiner eigenen Website helfen ebenfalls: ein Artikel in der Lokalzeitung, ein Eintrag beim Gewerbeverein, ein Link von einem Partnerbetrieb. Gekaufte oder erfundene Bewertungen schaden dagegen und verstossen gegen die Regeln der Plattformen.
Technik: lesen lassen und Daten auszeichnen
- KI-Suchdienste nicht aussperren: In der Datei robots.txt deiner Website steht, welche Programme (Crawler) deine Seiten lesen dürfen. Manche Anbieter unterscheiden zwischen Crawlern für die Suche und solchen für das Training ihrer Modelle. OpenAI nutzt zum Beispiel «OAI-SearchBot» für die Suche in ChatGPT und «GPTBot» für das Training. Beide lassen sich getrennt einstellen. Sperrst du OAI-SearchBot aus, erscheint deine Website laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT. Google hat für seine KI-Übersichten keinen eigenen Crawler: Sie nutzen die normale Google-Suche. Die Einstellung «Google-Extended» betrifft nur das Training und die Antworten von Gemini, nicht die Google-Suche. Frag im Zweifel deine Webagentur, was bei dir eingestellt ist.
- Strukturierte Daten: Mit einem unsichtbaren Code-Baustein (Schema.org, Typ «LocalBusiness» oder passender) stehen Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten maschinenlesbar auf deiner Website. Für die KI-Übersichten braucht es laut Google keine besondere Auszeichnung. Wichtig ist, dass die Daten mit dem sichtbaren Text übereinstimmen.
- Schnelle, lesbare Website: Inhalte sollten ohne Umwege als Text im Code stehen, nicht erst nach Klicks oder nur in Bildern.
- llms.txt: eine vorgeschlagene Übersichtsdatei für KI-Programme. Google sagt ausdrücklich, dass es für seine KI-Übersichten keine solchen Dateien braucht. Ob andere Anbieter sie auswerten, haben sie nicht bestätigt. Schaden tut sie nicht, klare Inhalte ersetzt sie aber nicht.
Selbst testen, regelmässig
Stell ChatGPT, Perplexity, Gemini und der Google-Suche die Fragen, die deine Kundschaft stellen würde, zum Beispiel «Welches Restaurant in Brugg hat am Sonntag offen?». Notiere, ob dein Betrieb vorkommt und ob die Angaben stimmen. Stimmt etwas nicht, schau dir die genannten Quellen an und korrigiere es dort.
Die Antworten fallen jedes Mal etwas anders aus, je nach Formulierung, Ort und Zeitpunkt. Das ist normal. Wichtig ist die Richtung über mehrere Wochen, nicht ein einzelner Test.
Ob die Grundlagen stimmen, auf die sich KI-Suchen stützen, prüfst du mit dem Sichtbarkeits-Check: acht kurze Fragen, das Ergebnis siehst du sofort, und nichts wird gespeichert.
Was GEO nicht kann
Niemand kann garantieren, dass eine KI deinen Betrieb nennt. Die Anbieter ändern ihre Systeme laufend, und jede Antwort entsteht neu. Wer dir einen festen Platz in ChatGPT verspricht, verspricht zu viel. Was du beeinflussen kannst, ist die Grundlage: klare, einheitliche und vertrauenswürdige Informationen über deinen Betrieb, überall dort, wo KI-Suchen nachschauen.
So helfen wir
Wir prüfen, was KI-Suchen heute über deinen Betrieb sagen, bringen Website und Einträge auf einen Stand und schauen regelmässig nach, was sich verändert. Mehr dazu unter GEO – Sichtbarkeit in KI-Suchen und Listing Management.